Vera Nahrath: Heilpraktikerin für Psychotherapie, Kunsttherapeutin

Was ist Kunsttherapie?

Kunsttherapie - was ist das eigentlich?

Bei uns in Deutschland ist die Kunsttherapie erst in den letzten Jahren so richtig auf dem Vormarsch. In anderen europäischen Ländern wie z.B. England oder Frankreich ist sie schon seit Jahrzehnten etabliert und anerkannt. In vielen Kliniken( Psychotherapeutische Tageskliniken, diverse Langzeittherapieeinrichtungen, offene und geschlossene Psychiatrien) ist die Kunsttherapie fester Bestandteil des Heilungsprozesses.

Seit einigen Jahren haben sich Kunsttherapeuten in eigenen Praxen niedergelassen, um Menschen auch ohne Aufenthalt in einer Fachklinik zu unterstützen. Jeder Mensch erlebt im Laufe seines Lebens Schicksalsschläge, die er mehr oder weniger gut wegsteckt. Diese Fähigkeit dient dem Überlebensdrang und ist in akuten Situationen durchaus wünschenswert. Verdrängte Erlebnisse wirken aber eben auch weiter, selbst wenn das Ereignis längst Vergangenheit ist. Viele dieser Verdrängungen haben ihren Ursprung in der Kindheit, häufig in der Frühkindheit und sind unserem Bewusstsein nicht mehr zugänglich. Unter Verwendung des breiten Spektrums kreativer Materialien und Techniken nutzt die Kunsttherapie die heilende Kraft der Kunst. Im Gestalten mit den verschiedensten künstlerischen Materialien wird der Ausdruck von "inneren Bildern", Gefühlen, Bedürfnissen, Vorstellungen und Erfahrungen ermöglicht. Diese Gestaltungen können als "Spiegel" für bewusste und unbewusste seelische Prozesse und Zustände angesehen werden. Dadurch können verdrängte, abgespaltene Seiten der Persönlichkeit im Schonraum der Therapie wieder wahrgenommen und integriert werden. Die entstehenden Werke haben sowohl einen Ausdrucks- und einen Eindruckswert. Der seelische Zustand wird ausgedrückt und das fertige Bild oder das fertige Objekt wirkt zurück auf den kreativ schaffenden Menschen und er kann über dieses Werk mit sich, mit Freunden, mit mir als Therapeutin in Dialog treten.

Kann eine Kunsttherapeutin über die Gestaltungen in die Seele blicken?

Ich als Kunsttherapeutin kann nur gemeinsam mit Ihnen die Bedeutung ihrer Bilder und Objekte ergründen und die Symbole entschlüsseln. Wenn es von Ihnen gewünscht ist kann ich nach ausdrücklichem Wunsch freie Assoziationen äußern. Diese können Ihnen durchaus Inspiration sein und Klarheit über innere Prozesse liefern. Von einer allgemeinen Symbolhaftigkeit gehe ich in keinem Fall aus. Für den einen Menschen bedeutet zum Beispiel die Farbe Rot Liebe, Wärme und Geborgenheit, für den nächsten steht Rot für Alarm und Aggressivität. So ist jede gewählte Farbe, jede gewählte Form einmalig und sehr subjektiv und hält einer Verallgemeinerung niemals stand.

Welche Materialien und Techniken stehen zur Verfügung?

In der Kunsttherapie kann das gesamte Spektrum künstlerischer Materialien und Techniken zur Verwendung kommen. In meiner Praxis verwende ich Gouachefarbe (eine kräftige, flüssige Farbe, die mit einem Pinsel, einem Schwamm oder mit den Händen aufgetragen werden kann), Ölkreiden, Aquarellfarbe für Bilder und Ton und Speckstein für plastizierendes Arbeiten.

Wen spricht die Kunsttherapie an?

Kunsttherapie eignet sich für Menschen jeden Alters. Sie findet ihre Einsatzgebiete im medizinischen, rehabilitativen, psychologischen, pädagogischen, präventiven und auch forensischen Bereich.

Ich arbeite in der Regel in Einzelsitzungen.

Sollten sich mehrere Menschen zusammenfinden, wären auch Gruppensitzungen möglich.

Wenn man sich für eine Paartherapie entscheidet, wird von Termin zu Termin entschieden, ob beide Partner zusammen oder getrennt kommen.

Kunsttherapie hat sich bewährt bei ...
Menschen jeden Alters mit körperlichen, seelischen oder geistigen Beeinträchtigungen.
Menschen jeden Alters, die sich in psychischen Krisen oder belastenden Lebenslagen befinden und objektive Unterstützung suchen.
Menschen jeden Alters, die etwas für ihre persönliche Entwicklung, Selbstwahrnehmung, Entspannung, Ressourcenaktivierung oder Stressbewältigung tun möchten.
Menschen mit diagnostizierten psychischen Erkrankungen wie die bipolare Störung, endogene Depression, Shizophrenie, Psychosen oder schwerwiegenden Neurosen.
Hier steht vor allem die begleitende, unterstützende Kunsttherapie im Vordergrund.
Essstörungen wie Adipositas (Esssucht), Bulemie (Ess-Brechsucht), Emetophobie (Angst vor Erbrechen) und Anorexia nervosa (Magersucht).

Eine künstlerische Begabung oder Vorerfahrung ist nicht erforderlich!