Vera Nahrath: Heilpraktikerin für Psychotherapie, Kunsttherapeutin

Paartherapie

Wenn Sie über eine Paartherapie nachdenken: ein paar einführende Gedanken:

Nach der ersten oder zweiten großen Verliebtheit in einer Beziehung machen sich nach und nach alte Verhaltensmuster und Erfahrungen wieder breit. Kaum ist Alltag eingezogen in die traute Zweisamkeit fühlt man sich oftmals zurück versetzt in die vorherige Beziehung oder in die davor oder womöglich in alle vergangenen Beziehungen und man neigt dazu, sich von einander zu entfernen und vielleicht eine erneute Trennung in Betracht zu ziehen mit der Option auf die nun wirklich große Liebe, wo all das nicht mehr passiert.

Und damit ist man dann auf dem Holzweg. Früher oder später passieren einem die gleichen Dinge wieder und wieder. Es geht auch gar nicht anders. Weil wir alle von Kindheit an bestimmte Verhaltensmuster erlernt haben und in jeder bisherigen Lebensminute größtenteils unbewusst geübt haben.

Wenn es in einer Beziehung zu Problemen führt sind beide Seiten immer (!!!) zu gleichen Teilen daran beteiligt. Jeder trägt 50% der Misere. Dabei übernimmt in der Regel einer die Rolle des Täters und einer die Rolle des Opfers. Diese Rollen können natürlich auch regelmäßig getauscht werden. Jede dieser Rollen ist jedoch eine Sackgasse. Sie führt zu nichts.

Das Aufdecken dieser Rollen und der entsprechenden Verhaltensmuster dahinter ist eines der Schwerpunkte in einer Paartherapie.

Ein weiterer ist das Üben und Integrieren einer liebenden, achtsamen und wertschätzenden Haltung für einander. Das fängt bei der Kommunikation an und hört bei der Selbstverantwortung auf.

Natürlich gehört auch die Integration des Schmerzes dazu. Beide Seiten in einer Paarbeziehung haben Schmerzhaftes erlebt. Oft werden Schmerzen aber verdrängt, weil sie eben Schmerz verursachen. In unserer Phantasie kann der Schmerz so groß werden, dass wir glauben, dem Tode nahe zu sein. Oder wir glauben, dann “durchzudrehen”. Oder wir glauben, der Schmerz sei unermesslich groß und würde nie aufhören. Oder oder oder. Dem Partner in einer Paartherapie von seinem ganz individuell erlebtem Schmerz zu erzählen, im geschützten Rahmen, birgt große Wachstumschancen in der Zweisamkeit.

Dieser Partner, der an jetzt gerade an Ihrer Seite ist, ist “Die große Liebe”. Oder vielmehr kann er oder sie es werden, wenn sie beide daran arbeiten wollen. Das Zulassen alter, verdrängter Gefühle birgt den Keim der Liebe in sich. Zunächst die große Liebe zu sich selbst und dann als Folge die Liebe zum Partner, zu den Kindern, zu Freunden, u.s.w.

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